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Der auserwählte marokkanische Prinz

Marokko 2008

 

 Es war einmal, ein überraschender Anruf im September. " Hättest du Lust mit uns nach Marokko zu fahren? Es geht in 4 Tagen los". Leider konnte ich nicht mitfahren, Hunde, Familie und Arbeit ließen sich so schnell nicht umorganisieren. Nach anfänglicher Enttäuschung, Telefonaten und Mails ergab sich dann doch Ende Oktober für mich die Möglichkeit die Heimat der Sloughis zu besuchen. Da kurzfristig leider niemand mitkommen konnte (kein Geld, keine Zeit, kein gültiger Reisepaß) fand ich mich alleine ziemlich aufgeregt im Flugzeug sitzen.

Die Begrüßung war herzlich, mit Händen und Füßen, Englisch-Französisch-Kauderwelsch. In den folgenden 3 Tagen sah ich eine beträchtliche Zahl schöner typvoller Sloughis in ihrer ursprünglichen Umgebung. Wir besuchten verschiedene stolze Sloughibesitzer mit ihren Hunden, ich wurde mit Tee und marokkanischen Spezialitäten verwöhnt. Mit vielen neuen Eindrücken und Fotos reiste ich ab, nicht ohne vorher Zuchtpläne und die Übernahme einer kleinen marokkanischen Hündin vereinbart zu haben. Unter den zahlreichen stolzen Rüden hatte ich einen sehr typvollen Prinzen für meine Bishara ausgewählt.

Es folgten mehrere Wochen des Wartens. Laborergebnisse mußten eingeholt, Wartefristen eingehalten werden. Und wie sollten die zwei sich Versprochenen zusammenkommen? Viele Möglichkeiten wurden erdacht, wieder verworfen. Alternativen gesucht und fallen gelassen. Es verging der November, der Dezember. 

Anfang Januar war es soweit, die Läufigkeit hatte eingesetzt. Meine erste Frage richtete sich an meine Chefin, die spontane Antwort war mehr als überraschend: "Natürlich mußt du fahren, du hast 2 Wochen Urlaub. 

Wann gehts los?"

 3000 Kilometer, 3 Grenzübergänge und 1 mal Fähre. 

 

 

Müde und erleichtert das alles geklappt hat erreichten wir Fes, mit Taxi-Begleitung fanden wir zu den Bekannten. Bishara war begeistert endlich den Versprochenen kennen zu lernen. Der war erst am Vortag nach Hause zurückgekehrt nachdem er in der Nähe seinen männlichen Pflichten nachgekommen war. Dass hatte ihn offensichtlich sehr mitgenommen. Abgemagert und apathisch stand er vor uns und als er die hochläufige Bishara bemerkte zog er sich umgehend zurück. Auch der folgende Tag brachte keine Änderung. Die Enttäuschung war groß, sowohl bei Bishara als auch bei mir.

Da der außerwählte Prinz derart derangiert war wandten wir uns schließlich an seinen Vater, den König und der fand die so weit Angereiste mit dem bequemen Auto sehr attraktiv. Aus der anfänglichen Enttäuschung erwuchsen zarte Bande. Es folgten romantische Tage unter der warmen Sonne Marokkos.

Nun sind wir wieder zu Hause, 10 Tage und 6000 km später und warten gespannt.

 

Das Warten hat eine Ende, am 21.3. war er endlich da.

 

 Ein Einzelkind und ein ganz besonderes. 

Umhegt und gepflegt von der ganzen Familie ist er schon ganz schön groß geworden.

Und ist mittlerweile ein echter kleiner Sloughi-Junge.

 

 

Er war nicht alleine gekommen. Eine kleine marokkanische Sloughia hatte ihn begleitet. Freilich war sie schon etwas größer aber noch immer jung genug um gemeinsam Neue s zu entdecken und im neuen Zuhause für Aufregung und Abwechslung zu sorgen.

 

Sie bezauberte mich durch ihr Wesen und ihre Ausstrahlung. Eigentlich wollte ich keinen neuen Hund, ich habe genug Hündinnen und es war ja noch der Wurf geplant. Aber irgendwie hat sie es geschafft. Sie ist vom ersten Tag an anhänglich, immer freundlich und gut gelaunt.

 

Und es gefällt ihr hier richtig gut.